Deutsch-Ostafrika

Der 1. Weltkrieg in Afrika
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Ingwio
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Deutsch-Ostafrika

Beitrag von Ingwio »

Ostafrika

Die Kriegsschauplätze in Ostafrika erstreckten sich über ein erhebliches Areal. Es umfasste ein Gebiet vom heutigen Südkenia (damals Teil Britisch-Ostafrikas) bis tief nach Mosambik (damals Portugiesisch-Ostafrika). Dazwischen lag Deutsch-Ostafrika, die größte und bevölkerungsreichste aller deutschen Kolonien. Ab Mitte 1915 war Deutsch-Ostafrika die einzige verbliebene Exklave der Mittelmächte auf der Südhalbkugel. Die deutsche Heeresleitung unternahm daher einige Anstrengungen, mit der Kolonie in Kontakt zu bleiben. Zwei Blockadebrecher erreichten die ostafrikanische Küste, kehrten jedoch nicht nach Deutschland zurück. Versuche, die Kolonie im Zuge der Stotzingen-Mission durch eine Relaisfunkstelle und durch ein Luftschiff zu erreichen, wurden unterwegs abgebrochen.

Bundesarchiv_Bild_183-R19361,_Deutsch-Ostafrika,_Deutsches_Feldgeschütz.jpg
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Deutsch-Ostafrika: Kernland
Das Kernland von Deutsch-Ostafrika (das spätere Tanganjika) verfügte über zwei Bahnlinien, die schnelle Truppentransporte ermöglichten, und auch die geographische Lage begünstigte die Verteidigung. Die Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika erhielt 1914 mit Paul von Lettow-Vorbeck einen Kommandeur, der seine Streitmacht sofort auf einen möglichen Krieg vorbereitete und seine Berufung darin sah, möglichst viele gegnerische Kräfte in der Kolonie weitab vom entscheidenden europäischen Kriegsschauplatz zu binden. Aus diesen Gründen kam es in Deutsch-Ostafrika zu den blutigsten Kämpfen des Ersten Weltkrieges um eine Kolonie.

Die Alliierten boten insgesamt 250.000 britische, südafrikanische, indische, belgische und portugiesische Soldaten sowie bis zu 1.000.000 afrikanische Träger auf. Die Verteidiger erreichten nach einer Generalmobilmachung zu Kriegsbeginn 3.000 deutsche Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften sowie 12.100 kampferprobte Askaris. In der Spitze 41.000 Afrikaner verrichteten Träger- und Hilfsdienste. Die Kampfhandlungen fanden auf fünf voneinander sehr weit entfernten Kriegsschauplätzen statt. Den Deutschen erleichterte dabei ihr Straßen- und Schienennetz die Versorgung. Die Wirkung der britischen Seeblockade konnte durch Blockadebrecher und durch Improvisation auf deutscher Seite teilweise unterlaufen werden.

Auf deutsche Angriffe im kenianischen Grenzgebiet reagierten die Briten mit der Herbeiführung anglo-indischer Kolonialtruppen. Nachdem diese 1914 in Gefechten bei Tanga und Longido schwere Niederlagen erlitten, schafften die Briten südafrikanische Truppen unter dem ehemaligen Burengeneral Jan Christiaan Smuts nach Kenia. Ihnen gelang es mit einem großen Aufwand an Personal und Material die Städte und die Eisenbahnlinien einzunehmen und die Schutztruppe in den unwegsamen südlichen Teil der Kolonie abzudrängen.

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