Südwestafrika

Der 1. Weltkrieg in Afrika
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Ingwio
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Südwestafrika

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Südwestafrika

Der Südwestafrikafeldzug 1915

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Die Kolonie Deutsch-Südwestafrika grenzte im Süden an die militärisch stärkere Südafrikanische Union, was der deutschen Seite eine taktisch ungünstige Ausgangslage bot. Bei Kriegsbeginn stationierten die Deutschen daher ihre gesamten Kräfte an der deutsch-südafrikanischen Grenze. Die Kampfhandlungen brachen mit einem südafrikanischen Angriff auf die Polizeistation von Ramansdrift aus, bis September 1914 kam es zu einigen Gefechten gegen südafrikanische und englische Einheiten, bei denen den Schutztruppen unter dem Befehl von Oberstleutnant Joachim von Heydebreck immer wieder kleinere Erfolge gelangen. In der Schlacht bei Sandfontein schlug die deutsche Schutztruppe eine zahlenmäßig überlegene Armee aus Südafrika zurück. Die zur südafrikanischen Union gehörende Exklave Walfischbucht war vom 10. September 1914 bis zum 25. Dezember 1914 von deutscher Seite besetzt. Im Oktober 1914 kam es dann zur Einstellung der Kampfhandlungen, weil in Südafrika ein Burenaufstand gegen die englische Herrschaft ausbrach, zu dessen Unterdrückung Premierminister der südafrikanischen Union, Louis Botha sämtliche Truppen abziehen musste. Durch diese Revolte verzögerte sich der britische Vormarsch um einige Monate. Einige dieser burischen Freischärler kämpften nach Niederschlagung dieses Aufstands auf deutscher Seite weiter.

Diese Kampfpause im Süden nutzte von Heydebreck, um eine Strafexpedition gegen Portugiesisch-Westafrika durchzuführen. Portugiesische Truppen hatten zuvor den deutschen Gouverneur von Outjo, Leonhard Schultze gefangen genommen und auf seinem Fluchtversuch erschossen. Schultze hatte versucht, mit den portugiesischen Behörden in Kontakt zu treten, um zu klären, ob sich Deutschland mit Portugal im Kriegszustand befinde. Als Racheakt wurde das portugiesische Fort Naulila angegriffen. Portugal war zwar bis 1916 offiziell neutral, beschlagnahmte aber auf britischen Druck deutsche Versorgungstransporte.
Siehe auch: Kampf um Naulila

Nach Niederschlagung des Burenaufstandes in Südafrika wurde die Lage für die Deutschen zusehends aussichtslos. Südafrikanische Truppen besetzten Swakopmund im Westen und rückten zugleich von Süden her ein. Windhuk fiel am 11. Mai 1915, sodass der deutsche Verwaltungssitz nach Grootfontein verlegt werden musste. Die deutsche Schutztruppe wich weiter nach Norden aus, ergab sich aber letztlich – vom Feind verfolgt – im Minengebiet von Otavi, das Ende Juni 1915 besetzt wurde. Am 9. Juli 1915 wurde ein Waffenstillstand ausgehandelt. Bis Mitte August besetzte die südafrikanische Union das gesamte Land, den deutschen Siedlern wurde gestattet, auf ihre Farmen zurückzukehren, und selbst die noch 1300 Mann starke Schutztruppe wurde nicht entwaffnet, sondern lediglich in einem bestimmten Landesteil konzentriert.

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