Tschechoslowakische Panzer bis 1945

Informationen und Entwichlung der verschiedenen Fahrzeuge / Schienenfahrzeuge im 2. Weltkrieg.
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tom
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Tschechoslowakische Panzer bis 1945

Beitrag von tom »

Moin.

Tschechoslowakische Panzer bis 1945


Teil 1: Räder-Raupen-Panzer Kolo-Housenka:

Kolo Housenka-50
Kolo Housenka-50
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Nach dem ersten Weltkrieg waren viele deutsche Panzeringenieure arbeitslos, da Deutschland keine Panzer entwickeln durfte. Daher suchten viele Arbeit bei ausländischen Panzerschmieden. Unter diesen war auch einer der Chefentwickler, Joseph Vollmer, der sich an die tschechoslowakische Firma Breitfeld-Daněk wandte. Vollmer hatte nach dem Krieg zunächst für Hannomag einen neuen Typ landwirtschaftliche Zugmaschine mit einem gemischten Antrieb aus Ketten und Rädern gearbeitet. Dabei fuhr das Fahrzeug je nach Untergrund entweder auf seinem Kettenlaufwerk oder auf vier Rädern, die an den vorderen und hinteren Treibrädern der Ketten angebracht waren. Angetrieben wurden sie vom Motor über eine Vorderachse. Bei Breitfeld-Daněk entwickelte er das Prinzip weiter und es entstand 1923 neben einer Zugmaschine auch ein leichtes Panzerfahrzeug mit Hybridantrieb unter der Bezeichnung Kolo Housenka-50, was die Kurzform für „Räder-Raupenfahrzeug mit 50 PS“ war.

Das Fahrzeug bestand aus einem Kampfraum vorn und einem Motorraum hinten. Die Besatzung bestand aus Fahrer und Kommandant/Schütze. Als Bewaffnung stand eine lange 37 mm Kanone D/27 von Skoda zur Verfügung. Alle Panzerplatten waren an ein Stahlgerüst genietet. Die untere Bugpanzerung war der des Renault FT-17 ähnlich und bestand aus mehreren schräg angeordneten Panzerplatten. Die obere Bugpanzerung bestand aus zwei Teilen und war ebenfalls schräg angeordnet. Vor dem Fahrer waren in beiden Teilen jeweils große Klappen eingebaut für eine bessere Sicht und Belüftung. Im Notfall konnte das Fahrzeug auch dort verlassen werden. Seiten – und Heckpanzerung hingegen waren senkrecht angenietet. Der Turm auf dem Kampfraum war zylindrisch und mit einer ebenfalls zylindrischen Kuppel zur Gefechtsfeldbeobachtung versehen. Die vordere Turmdecke war schräg angeordnet. Das Fahrzeug war relativ hoch, da der Kommandant im Turm stehen musste. Der normale Zugang zum Kampfraum erfolgte über eine große Luke auf beiden Seitenpanzerungen auf Höhe des Kampfraumes. Eine weitere Luke zur Motorwartung war jeweils im hinteren Teil der Seitenpanzerungen eingebaut.

Kolo Housenka Prototyp
Kolo Housenka Prototyp
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Die Kettenlaufwerke waren von einem Gehäuse aus Panzerplatten bedeckt. Nur die jeweils die Kette stützenden Teile der Lauf- und Stützräder waren außerhalb dieses Gehäuses. Vorn war ein großes Antriebsrad, hinten ein kleineres Spannrad eingebaut. Der Antrieb der Ketten erfolgte über die Getriebe unter dem Fahrersitz. Dieses ermöglichte such den Antrieb der Achse der Räder. Der Radantrieb bestand aufs zwei lenkbaren Vorderrädern und zwei hinteren, ungelenkten Doppelrädern. Um vom Rad- auf den Kettenantrieb zu wechseln, wurden am Fahrzeug zwei V-förmige Rampen mitgeführt. Das Fahrzeug fuhr mit den Rädern vorn oder hinten auf die Rampe. Dann wurden die Räder entweder abgesenkt oder angehoben. Schließlich fuhr es wieder von der Rampe herunter und konnte dann die andere Antriebsart nutzen. Der ganze Vorgang dauerte 15 Minuten. Als Motor wurde ein Hanomag WD 50 Benzinmotor mit 50 PS verwendet. Die Motorabgase wurden über einen Endtopf hinten oben an der rechten Fahrzeugseite abgeführt.

1924 wurden unter Mithilfe der Firmen Tatra und Laurin & Klement zwei Prototypen fertig gestellt. Beide wurden zunächst ohne Panzerung für Laufwerkstests verwendet. Danach erfolgte die militärische Erprobung beim Militärtechnischen Institut in Prag. Dort wurden die Fahrzeuge intensiven und harten Tests unterzogen. Aufgrund Materialmangels wurde der erste Prototyp relativ schnell irreparabel beschädigt. Der zweite Prototyp wurde mit Panzerung und Bewaffnung versehen. Er konnte zumindest bei der Fahrt auf Rädern mit seinen 35 km/h Aufsehen erregen, da die meisten damaligen Panzer mit Ketten maximal 20 km/h schafften. Die Geschwindigkeit auf Ketten war mit 15 km/h aber wiederum deutlich unter dem internationalen Wert. Letztlich konnte sich die tschechoslowakische Armee nicht für eine Einführung des Fahrzeugs entscheiden.

Kolo Housenka-60
Kolo Housenka-60
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1927 fusionierten die Firmen Breitfeld-Daněk und Českomoravská-Kolben zur Firma CKD. Dabei wurde entschieden, den Prototyp zu überarbeiten. Hauptänderungen waren die Verwendung eines Hanomag 60 PS Benzinmotors und eine modifizierte Bug- und Turmpanzerung. Die Bugpanzerung bestand nun aus vier Platten mit unterschiedlichen Winkeln und hatte nur noch eine kleine Sehklappe für den Fahrer. Der Turm war nun größer und hatte keine Kuppel mehr auf dem nun waagerechten Dach. Die Bewaffnung des Prototypen bestand aus zwei MG vz.24 (Schwarzlose), aber der Einbau der 3,7 cm Kanone oder sogar einer 4,7 cm Kanone sollte möglichsein. Kleinere Änderungen waren die Verlegung der Wartungsklappen am hinteren Teil der Seitenpanzerung und die Verlegung des Endtopfes für die Abgase auf die obere Panzerung. Unter der Bezeichnung Kolo Housenka-60 wurde das Fahrzeug an die Armee übergeben. Dort wurde es eingehend getestet, konnte jedoch trotz gesteigerter Leistung erneut nicht überzeugen. Der Prototyp wurde jedoch offiziell als Technologiebeispiel übernommen.

1929 wurde das Fahrzeug erneut überarbeitet. Hauptänderungen waren die Verwendung eines Hanomag 70 PS Benzinmotors, eine überarbeitete Hebevorrichtung für die Räder und eine modifizierte Panzerung. Neben einer abgeschrägten oberen Heckpanzerung waren auch über dem Fahrerplatz vor dem Turm an den Seiten Panzerplatten schräg eingebaut worden. Der Turm wurde komplett erneuert. Er war nun stark konisch und hatte eine kleine Kommandantenkuppel im Zentrum der Deckenpanzerung. Der neue Motor machte eine weitere Klappe hinter der ursprünglichen Wartungsklappe an der hinteren Seitenpanzerung nötig. Weitere Änderungen waren der Anbau einer Konstruktion zur Erhöhung der Grabenüberschreitfähigkeit und die Verlagerung des Endtopfes der Auspuffanlage weiter nach vorn. Das Fahrzeug wurde 1930 unter der Bezeichnung Kolo Housenka-70 an die Armee übergeben. Zu diesem Zeitpunkt stand aber die Lizenz zur Verwendung des Laufwerks kurz vor dem Ablaufen, so dass die Rechte erneut teuer hätten gekauft werden müssen. Daher wurde das Projekt 1933 endgültig eingestellt.

Kolo Housenka-70
Kolo Housenka-70
kolohousenka70.jpg (34.35 KiB) 3034 mal betrachtet

Daten (KH-50):

Gebaute Fahrzeuge: 1 + 1 Fahrgestell
Gewicht: 7,5 t ohne, 10 t mit Panzerung
Besatzung: Fahrer und Kommandant/Schütze
Länge: 4500 mm
Breite: 2390 mm
Höhe: 2530 mm
Motor: Hanomag WD 50 4-zylinder Benzinmotor
Leistung: 50 PS
Geschwindigkeit: 15 km/h auf Ketten, 35 km/h auf Rädern
Reichweite: 300 km auf Rädern auf Straßen
Leistungsgewicht: 5 PS/t
Bewaffnung: 1 X Skoda D/27 3,7 cm Kanone


Weitere Teile werden aufgrund des Umfangs des Themas im Laufe der Zeit folgen.


Gruß

tom ;)

edit:

Hab was vergessen:

Quellen:
wikipedia
http://tankarchives.blogspot.com/2017/0 ... first.html
http://www.tanks-encyclopedia.com/ww2/C ... lohousenka

tom
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Re: Tschechoslowakische Panzer bis 1945

Beitrag von tom »

Moin

So, endlich geht es weiter:

MU-2 Tankette

MU-2 Prototyp
MU-2 Prototyp
mu2.jpg (156.6 KiB) 3009 mal betrachtet

1930 erwarb und testete die tschechoslowakische Armee die Carden-Loyd Tankette und empfand das Konzept als grundsätzlich geeignet. Jedoch wurden die oben offene Panzerung und das geringe Schussfeld des MGs bemängelt. Da ein Interesse seitens der Armee bestand, entschloss sich die Firma Skoda, entsprechende Fahrzeuge zu entwickeln.

Das erste Projekt erhielt die Bezeichnung MU-2. Das Fahrzeug hatte anders als das britische Vorbild einen geschlossenen Kampfraum und einen Drehturm. Die Panzerung bestand jedoch nur aus dünnen Panzerplatten von 4 – 5,5 mm Dicke. Fahrer und Schütze saßen nebeneinander. Aufgrund der sehr geringen Ausmaße des Fahrzeugs waren beide sehr in ihren Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt. Zudem benötigte der Fahrer eine Sichtkuppel, wodurch der Seitenrichtbereich des MGs im Turm nach rechts eingeschränkt war. Im Heck war ein 33 PS Benzinmotor eingebaut, der das nur 2 t schwere Fahrzeug aufgrund der schwachen Übersetzung trotzdem kaum durch schweres Gelände bewegen konnte.

Das Laufwerk bestand aus vier paarweise gefederten Laufrädern, dem Antriebsrad vorn, dem Spannrad hinten und vier Stützrädern. Die Laufräder waren mit dem Spannrad durch einen Querbalken verbunden, der zusätzliche Stabilität bringen sollte.

nochmal der Prototyp
nochmal der Prototyp
mu-2 2.png (299.33 KiB) 3008 mal betrachtet

Die tschechoslowakische Armee testete das Fahrzeug 1932. Einerseits sah man grundsätzlich Potential in der Anordnung der Bewaffnung, andererseits konnten weder der Platz im Inneren, noch der Motor oder die Panzerung überzeugen, so dass die Konstruktion schließlich abgelehnt wurde. Der Prototyp wurde verschrottet.

Daten:
Gebaute Fahrzeuge: 1
Gewicht: 2 t
Besatzung: Fahrer und Kommandant/Schütze
Länge: 3200 mm
Breite: 1700 mm
Höhe: 1440 mm
Motor: 4-zylinder Benzinmotor
Leistung: 33 PS
Geschwindigkeit: n. b
Leistungsgewicht: 16,5 PS/t
Bewaffnung: 1 X vz.24 8 mm Schwarzlose MG

Quellen:
http://www.utocnavozba.wz.cz/tank/t-skoda.htm
http://peashooter85.tumblr.com/post/169 ... oslovakian
https://bg.battletech.com/forums/index. ... 55952.1140

Gruß

tom ;)

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Ingwio
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Re: Tschechoslowakische Panzer bis 1945

Beitrag von Ingwio »

Irgendwie knuffig und mit Platzangstgarantie.

tom
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Re: Tschechoslowakische Panzer bis 1945

Beitrag von tom »

Moin.

Nach gesundheitlich bedingter Auszeit werde ich hier mal weitermachen.

MU-4 Tankette:

Bild

Nach dem Fehlschlag mit der MU-2 Tankette begann Ende 1932 bei Skoda die Entwicklung eines konservativeren Modells als Konkurrenz zum Modell Tc vz.33 von CKD unter der firmeninternen Bezeichnung MU-4. Das Fahrzeug hatte nun wieder einen erhöhten Kampfraum an Stelle von Turm und Fahrerkuppel und ähnelte der Carden-Loyd Tankette. Die Panzerung war nun jedoch teilweise angewinkelt gebaut, um insbesondere die leichter gepanzerten Seiten zu verstärken. Sowohl Fahrer als auch Schütze hatten je ein MG ZB vz. 26 in der vorderen Kampfraumpanzerung zur Verfügung. Auch die stabilisierenden Fahrwerkselemente vor den Laufrädern wurden mit einer 4mm Panzerplatte geschützt. Hauptaugenmerk lag auf einer Modernisierung des Fahrwerks. So wurden größere Laufräder für eine stabilere Fahrlage verwendet. Das größere Antriebsrad vorn ermöglichte eine bessere Übergabe der Lenkbefehle. Als Motor kam ein 40 PS Boxermotor zum Einsatz, der das Fahrzeug auf bis zu 45 km/h beschleunigte. Bei einem Leistungsgewicht von 16 PS/t ermöglichten die Änderungen eine deutlich bessere Lenkung bei höheren Geschwindigkeiten. So war das Fahrzeug insgesamt beweglicher als die Carden-Loyd-Tankette. Der Prototyp wurde 1933 fertig und erhielt die offizielle Bezeichnung Š-I p (Skoda, 1. Modell, Prototyp).

Nach Fahrtests ergaben sich noch einige Schwächen, die im Rahmen des Projekts MUV-4 bearbeitet und weitgehend behoben wurden. Ende 1933 wurde auch hier ein Prototyp gefertigt. Dieses Fahrzeug wurde dem Kriegsministerium vorgestellt, welches jedoch zu diesem Zeitpunkt keine Verwendung eines weiteren solches Fahrzeug neben der Vz.33- Tankette plante. Stattdessen wurde das Fahrzeug zu einer Ausschreibung in Jugoslawien gegen die Tc Vz. 33 und die polnische T3K Tankette geschickt, welch das polnische Modell für sich entscheiden konnte.

Bild

Der Prototyp wurde schließlich für die Weiterentwicklung verwendet und es entstanden verschiedene Modelle von der Tankette bis zum Jagdpanzer. Heute ist das Fahrzeug fahrfähig im Militärmuseum Lešany ausgestellt.

Daten:
Gebaute Fahrzeuge: 2
Gewicht: 2,2 t
Panzerung: 4 – 10 mm
Besatzung: Fahrer und Kommandant/Schütze
Länge: 2980 mm
Breite: 1850 mm
Höhe: 1300 mm
Motor: 4-zylinder Benzin-Boxermotor
Leistung: 40 PS
Geschwindigkeit: 41 km/h
Leistungsgewicht: 16 PS/t
Bewaffnung: 2 X ZB vz.26 7,92 mm MG

Quellen:
http://www.utocnavozba.wz.cz/tank/t-skoda.htm
Spielberger: "Die Panzer-Kampfwagen 35(t) und 38(t) und Ihre Abarten einschließlich der tschechoslowakischen Heeresmotorisierung 1920 - 1945", Motorbuch-Verlag

tom
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Re: Tschechoslowakische Panzer bis 1945

Beitrag von tom »

Moin.

Tančík vz. 33:

Bild

Im Oktober 1929 begannen Gespräche zwischen der Tschechoslowakischen Armee und der britischen Firma Vickers bezüglich der Carden-Loyd Mk VI Tankette. Ziel war vor allem der Erwerb der Lizenzrechte für das zu dieser Zeit sehr moderne Gefechtsfahrzeug. Ergebnis der Besuche und Gespräche war der Kauf der Rechte und dreier Fahrzeuge durch die Firma ČKD. Die Lieferung erfolgte im Frühjahr 1930. Umgehend wurde eine Serienfertigung bei Praga unter der Bezeichnung CL-P (Carden-Loyd-Praga) vorbereitet. Intensive Tests bei der Armee ergaben jedoch schnell Änderungswünsche wie einen größeren Seitenrichtbereich des MGs und eine feste obere Panzerung an Stelle der ursprünglichen Panzerhauben mit ihrem teilweise fehlenden Panzerschutz von oben. So endete die Serienfertigung bereits nach nur vier Fahrzeugen.

Während weiterer ausgiebiger Tests im Herbst 1930 erwies sich die Carden-Loyd Tankette gegenüber eigenen Panzerwagen-Modellen in nahezu jeder Hinsicht als unterlegen. ČKD machte sich umgehend an die Verbesserung des Fahrzeugs, da man ansonsten fürchtete, auf den bereits investierten Kosten sitzen zu bleiben. Die Panzerhauben wurden durch eine feste, rechteckige Panzerung mit abgewinkelten, oberen Kanten ersetzt. Der Zugang zum Kampfraum erfolgte über zwei Klappen im Dach. Das extern montierte MG wurde ersetzt durch zwei in die Panzerung eingelassene Lafetten. Ursprünglich waren ein 15 mm und ein 7.92 mm MG vorgesehen, jedoch machte die vorgesehenen Modelle des schwere MGs Probleme hinsichtlich der Lagerung und Überhitzung, so dass schließlich nur zwei auf 7,92 mm umkalibrierte MG Schwarzlose vz. 24 verwendet wurden. Das eine MG war zentral vor dem nun (in Fahrtrichtung) links sitzenden Schützen montiert, das andere rechts außen neben dem Fahrer. Durch diese Anordnung waren die MGs von der Seite gesehen leicht höhenversetzt angebracht.

Zudem wurde das Fahrwerk mit leicht größeren Laufrädern versehen, um eine um 3 cm größere Bodenfreiheit und damit mehr Geländegängigkeit zu erreichen. Als Motor wurde ein 30 PS Benzinmotor von Praga eingebaut. Dieser ermöglichte eine Geschwindigkeit von 35 km/h auf guten Straßen, was etwa 5 km/h weniger war als beim britische Modell. Im mittleren Gelände reduzierte sich die Höchstgeschwindigkeit auf 15 km/h. Ein 50 l Tank rechts neben dem Motor ermöglichte eine Reichweite von gut 100 km im Mix. In dieser Form wurde ein Fahrzeug als Prototyp unter der Bezeichnung P-I (erstes Panzermodell) bis Ende 1931 fertig gestellt.

In schweren Einsatztests erwies sich als Fahrzeug als mehr oder weniger gelungene Verbesserung. So konnten in einem Ausdauertest über 4300 km ohne größere Ausfälle mit weniger Pannen als bei der Carden-Loyd-Tankette gefahren werden. Die MGs wurden 1932 durch die besseren 7,92 mm ZB vz. 26 ersetzt. Diese erhielten neue Lafetten mit 60° Seitenrichtbereich aber verringerter Schusskadenz. Der Schütze erhielt in der Einstiegsluke ein Rundblick-Periskopfernrohr, mit dem der Überblick über das Gefechtsfeld deutlich verbessert wurde. Nachteilig war weiterhin die mit 4-9 mm nur schwach Panzerung, die erst ab 50 m frontal und 150 m seitlich Sicherheit gegen Bleimunition bot und von Hartkern-Gewehrmunition problemlos auch aus größerer Entfernung durchschlagen werden konnte. Alle vier gebauten CL-P Tanketten wurden 1932 entsprechend umgerüstet. Drei gingen an die Armee zu Tests in der Truppe, einer verblieb als Technologiefahrzeug bei Praga.

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3. Prototypfahrzeug

Ergebnis der Praxistests war, dass die Fahrzeuge grundsätzlich als taktisch ungeeignet für den Kampf und als weiterhin technisch zu anfällig bewertet wurden. Zudem war der Kampfraum mit dem Motor darin unbequem, eng und mit Abgasen überlastet. Da man aber ČKD nicht hängen lassen und zudem psychologisch gesehen mit Panzerfahrzeugen aufwarten wollte, wurden am 19.04.1933 70 weitere Fahrzeuge durch die Armee bestellt. Aufgrund von Materialproblemen mit den Panzerplatten verzögerte sich die Lieferung bis Ende 1934. Zudem war der Panzerstahl teilweise so schlecht, dass selbst normale Bleigeschosse durchschlugen. Trotzdem wurden die Fahrzeuge, nun als Tančik vz. 33 bezeichnet (Tankette Typ 1933), abgenommen und als einsatzbereit deklariert.

Große Probleme bereitete die Überlastung der Mannschaft unter den schlechten Einsatzbedingungen im Fahrzeug. Der Fahrer musste im Gelände bestimmte Konstellationen meiden, da das Fahrzeug sonst stecken bleiben konnte. Zudem konnte er sein MG nicht während der Fahrt bedienen, was es nahezu überflüssig machte. Der Schütze konnte sein MG aufgrund von Vibrationen ab 10 km/h sowie im Gelände kaum gezielt einsetzen. Zudem musste er auf die Flaggensignale der Zugmitglieder achten und sollte zudem das Gefechtsfeld beobachten. So war die Tankette auch als Aufklärungsfahrzeug nahezu nutzlos. Im Einsatz wurde zudem auch mal das eng gesteckte, zulässige Gesamtgewicht überschritten, was immer wieder zu Motorschäden führte. Diese waren sogar ein Streitpunkt zwischen Ministerium und Hersteller, da man uneinig war, wer dafür die Verantwortung hatte und für die immer wieder nötigen Reparaturen zahlen musste.

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Verschieden Versuche, das Modell im Ausland zu vermarkten, scheiterten. Somit verblieb das Fahrzeug letztlich ein gescheiterter Versuch, mit einem mehr oder weniger bekannten ausländischen Modell auf Lizenzbasis Geld zu verdienen. Der Technologieprototyp wurde von ČKD 1935 zu Werbezwecken an die persische Regierung verschenkt. Im Inland blieb das Fahrzeug bis zu Annektierung durch das Deutsche Reich 1939 vor allem im Grenzschutz und in der vorbeugenden Aufstandsbekämpfung im Sudetenland und angrenzenden Regionen im Einsatz. 43 Fahrzeuge wurden danach von der Wehrmacht übernommen und zumeist als Schutzfahrzeuge für militärische Einrichtungen verwendet. Weitere dreißig Fahrzeuge übernahm die Slowakei nach ihrer Abspaltung 1939. Dort kamen sie zunächst als Fahrschulpanzer zum Einsatz, bevor sie 1941 eingelagert wurden. 1944 wurden die Tanketten reaktiviert und an Heimatverteidigungsverbände zum Grenzschutz übergeben. Mehrere Fahrzeuge nahmen an der Bekämpfung slowakischer Partisanen teil. Nach dem Zusammenbruch 1945 übernahm die Wehrmacht weitere zehn noch in ihrem Einflussbereich verbliebene Fahrzeuge, wiederum für Sicherungsaufgaben. Alle Tč vz. 33 waren bis Kriegsende zerstört oder wurden anschließend verschrottet. Mitte der 2000er wurde ein Fahrzeug nach Originalplänen nachgebaut und befindet sich in fahrbereitem Zustand in Privatbesitz.

Daten:

Gebaute Fahrzeuge: 74
Gewicht: 2,3 t
Panzerung: 4 – 9 mm
Besatzung: Fahrer und Kommandant/Schütze
Länge: 2700 mm
Breite: 1750 mm
Höhe: 1450 mm
Motor: Praga WC 4-zylinder Benzinmotor
Leistung: 30 PS
Geschwindigkeit: 35km/h
Leistungsgewicht: 14 PS/t
Bewaffnung: 2 X ZB vz.26 7,92 mm MG

Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Tan%C4%8D%C3%ADk_vz._33
https://tanks-encyclopedia.com/ww2/czec ... nkette.php

Gruß

tom! ;)

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